2.Fragment für das Buch "URRUHE", 18.1.2016

 

TRANSPARENZ STATT TRANSZENDENZ

VON Paul Zellin

 

Das Nichts VERNICHTET. Der Verstand VERSTEHT. Die Vernunft VERNIMMT. Die Gefühle FÜHLEN. Die Sprache SPRICHT. Das Bewusstsein ist sich seiner Existenz BEWUSST. Das Ich erfindet das Wort "ICH", um sich selbst zu erfinden, und glaubt fortan, es müsse sich davon befreien, um von sich selbst befreit zu sein. Danach soll NICHTS SEIN. Aber nur das SEIN IST. Das Nichts ist nicht. Denn das Nichts VERNICHTET. Der Verstand versteht ES auch ohne Ich. Die Vernunft vernimmt ES auch ohne Ich. Die Gefühle fühlen ES auch ohne Ich. Die Sprache spricht auch ohne Ich. Das Bewusstsein braucht kein Ich, um sich seiner selbst BEWUSST zu sein. Das Ich war identisch mit dem Nichts! Als das Ich verschwand, wurde ALLES aus sich selbst heraus sichtbar und begann zu leuchten. Die große Selbstleuchtung des Seins begann. Dieses Licht war DURCHSICHTIG. Transparent. Man schaute einfach durch alles hindurch, ohne dass es ein "Dahinter" gab. Die Transparenz offenbarte keine Transzendenz. Die Erleuchtung war nur diese Selbstleuchtung. "Was für eine niederträchtige, blasphemische Gemeinheit", dachte das zutiefst religiöse Ich und tanzte wie Rumpelstilzchen um das eingebildete Feuer. Wir zogen den Stecker und die elektrische Flamme erlosch mitsamt des Ichs in der Dunkelheit. Dieses sogenannte Ich war selbst nur ein elektrischer Spuk. Erst in der Dunkelheit seiner eigenen Sprachlosigkeit sah das Bewusstsein, wie SEHR alles leuchtete: DAS SEIN WAR PLÖTZLICH "SEHR", nicht mehr...

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